8.-12. Juni 2010,
Studienreise, Wiesbaden
09. Juni 2010
Und wieder war es der Wecker, der uns weckte. Oder besser gesagt, der alle andern weckte. Für mich war es der Anfang der ruhelosen Nächte, die mich seit dem plagen. Irgendwann schaute ich auf mein Handy und dachte “huch schon dreiviertel 7 (6:45 Uhr) steh einfach auf und geh duschen, bevor alle auf einmal gehen wollen (wir hatten 2 Duschen für die ganze Meerbettzimmer-Etage). Ich also vom obersten Bett runter auf den Boden, meinen Schrank aufgeschlossen, Sachen gepackt und langsam und gemütlich ins Bad und duschen. Es war erfrischend
Angezogen und gutriechend zurück ins Zimmer. Mittlerweile wars nach 7, dachte ich. Und wunderte mich demnach warum noch alle schliefen (Ellis wollte um 7 den Wecker stellen). Ich also leise wieder hoch auf mein Bett und da entdeck ich mit Erschrecken: es ist gar nicht 6:45 Uhr gewesen! Sondern 5:45. Himmel! Ich musste ein entnervstes Stöhnen über meine Verpeiltheit unterdrücken. Im schlaftrunkenen Zustand konnte ich die 5 und 6 wohl nicht auseinanderhalten >.<
Dann hab ich bis dreiviertel 7 (dieses Mal wirklich) Soduko mit meinem Handy gespielt (ich wollte nicht noch mal runter und mein Buch aus dem Schrank holen). Irgendwann ging das erste Handyklingeln. Die eine blonde stand auf und ging ins Bad (es stellte sich raus, dass sie zum Tag der offenen Tür hier war). Wenige Minuten später erwachten auch alle andern wieder zum Leben.
“Morgen” meinte ich putzmunter und alle andern total müde “mo’gen”. Verwundert über mein frühes Aufstehen begaben sich Ellis und ich runter zum Frühstück und trafen dort auf andere Mitbewerber – die, wie sich später rausstellte – dann zu unserer “Clique” dazugehören würden. Zunächst viel mir das eine Mädel mit den Locken auf – ich kannte sie irgendwo her, konnte sie nur nicht richtig einordnen. Dann die Blonde … sie erinnerte mich irgendwie an meine Cousine … und dann sprach sie und ich dachte: wtf? Was macht Nancy hier? Als dann Ellis fragte was das für ein Dialekt ist, meinte ich “sie kommt sicher aus dem Schwaben Ländle” und sie grinste und bejahte. Ich dann “ja meine Cousine auch und du erinnerst mich voll an sie”. Eva, das Mädel mit den Locken, sprach dann wieder und dann auch Nenia, die wie Luca (die Blonde) stand, während wir andern saßen. Außerdem saßen stillschweigend noch dabei: Marta und Julia (wobei Julia aus unserem Zimmer war und nach einer Nacht wieder das Zimmer wechseln musste – warum auch immer).
Nach dem Frühstück wurden die Sachen gepackt, genommen und mit Ellis und dem Auto (sie hatte mir am Abend zuvor vorgeschlagen, mich mitzunehmen). Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass ich am Tag zuvor noch nach dem Duschen durch Wiesbaden gegangen bin, in das eine Kaufhaus an der Marktstraße und danach aus Test mit Bus zur FH gefahren bin. Als ich da nach 1 Stunde suchen ankam, wurde ich auch fast von einem rotem Auto überfahren – selbstverschuldet, da ich dachte, dass die Straße 2-spurig wäre und nur in eine Richtung … war dann leider nicht so. Die Frau im Auto hatte mindestens genauso Herzkasper, wie ich.
Jedenfalls, fuhren Ellis und ich dann zu FH so gegen 7:40 Uhr. Wir waren froh, dass wir wenigstens schon ein paar Leute kannten – also zum Beispiel uns gegenseitig
Der Campus hatte sofort beeindruckt … ich meine, ich hab sowieso immer schon Wiesbaden mit Grün und Natur verbunden. Und die Fahrt zum Campus und der Campus selbst, haben mich weniger als enttäuscht.
Diese Ansammlung von jungen Menschen war schon krass. Ellis und ich sind dann zum Hauptgebäude und die je höher wir dem Ziel der Mappenabgabe kamen, je heiße wurde es. Schien fast so, als würde die Durchluftung oben gar nicht funktionieren. Und dann hieß es Warten und Schwitzen. Da haben wir dann noch drei andere kennengelernt. Eine aus Pforzheim und dann zwei Blonde, die eine aus Frankfurt. Ich hab von allen den Namen vergessen :S
Na ja und dann gings auch schon los um 9 Uhr mit den Aufgaben des Tages. Zunächst die Fotografie Aufgabe. Auf die ich mich eigentlich am meisten gefreut hatte, aber das Thema war richtig beschissen “Gerade und Ungerade”. Man hatte dann bis Mittag Zeit zum Fotos machen. Ellis und ich haben auch direkt 300 Mio Fotos gemacht und mindestens 5 Mio Blasen gelaufen. Dann hieß es wieder nach oben (also bis zum Campus musste man n ganzes Weilchen bergauf gehen und wir sind natürlich fast bis zum Dürerplatz zu Fuß gegangen). Dieses Mal länger anstehen, dann Fotos auf die Mac’s ziehen lassen, die besten drei auswählen und Mittagspause. Dann folgten 2 oder 3 weitere Aufgaben. Zwischendurch immer mal Pausen zum Verschnaufen. Es war verdammt heiß in dem Saal … kein Wunder, bei 270 Leute die Atmen, davon 260 Bewerber!
Und dann war es auch schon 18 Uhr und alles war vorbei. Und was taten wir als erstes, als wir wieder an der Herberge ankamen? Duschen! Und für mich gabs dann auch noch, dank Halbpension, Abendessen. Lecker Reis mit Tomatensoße und Backfisch.
Zurück auf dem Zimmer zogen wir uns um und machten uns Ausgeh fertig – Ellis und Dilli hatten in der Zeit Kuchen gegessen. Na ja. Und dann sind wir raus, durch die Stadt und irgendwann hatten wir uns entschlossen zu einer Steh-pizzeria zu gehen. Hatte echt gut geschmeckt, zwar war der Boden etwas arg dünne und Ellis ihrer sogar schwarz, aber nun gut. Was für den perfekten Abend noch gefehlt hat, war eine Sekte. Die trafen wir dann auch direkt während des Wartens auf die Pizzen neben der Pizzeria. “Scientology Wiesbaden” und ich direkt daneben und dann war der Abend auch direkt gelaufen. Die haben einen Sitz in Wiesbaden und ich musste das auch noch sehen >.<
Jedenfalls, hatte ich dann Wasser gespürt. Und dann wieder. Und dann hab ich gemerkt, dass der Himmel weint (wer hätte nicht geweint, wenn man sowas schrecklich sehen musste). Wir sind dann, je döller es wurde langsam rein gegangen und kurz danach hatte es dann den richtigen Wolkenbruch gegeben. Lila Blitze zogen in den oberen Sphären vorbei. Und das Grummeln des Himmels war unüberhörbar. Und wir saßen und quatschten und aßen. Dann der Pizzamann auch fleißig am Reden mit uns noch nach unseren WM Tipps gefragt. Im Endeffekt hab nur ich mit ihm geredet, weil die andern nur Deutschland kennen
Als der Wolkenbruch etwas nachlies, beschlossen wir, zurück zu stampfen. Ich war froh, anstelle meiner Chucks Turnschuhe angehabt zu haben xD Sonst wären meine Füße noch nasser gewesen
Durchweicht, genervt und nach Regen riechend – ach und Dreck und Blätter – kamen wir in der Herberge an. Zur Abwechslung mal keine neue Person im Zimmer – im Nachhinein hätte die aber gut getan. Das Schrecken kam dann, als uns auf dem Weg zurück einfiel, dass unser Fenster die ganze Zeit auf war. Und dann machten wir die Tür auf und Wasser! (Als ob der Regenschauer noch nicht gereicht hatte). Wir also erst mal die Papiertücher vom Klo geholt und alles aufgewischt. Danach Abduschen. Haben dann noch ne Weile gequatscht, bis wir eingepennt waren. Dilli las noch … und ich war irgendwie im Halbschlaf. Wollte Dilli irgendwann Licht ausmachen und ich erschreck mich im Schlaf (!) voll und werd so halb wach.
“Hast du dich erschreckt?” und ich so total abseits vom Leben “mmh” und schlaf weiter.
Und dann war Tag 2 auch vorbei. Das Ende der Reise kam näher























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